Willkommen

Adresse

 

Locher Straße 17

42719 Solingen Wald

WALDER Bürgerverein 1861 e.V. Altenhof 11 42719 Solingen

Vorstand

Vorsitzender Alexander Linder 2 33 35 40

Stellv : Dr. Gerd Rapp 31 44 66

Harald Schulz 33 75 76

Schatzmeister Wolfgang Müller 0171-1709827

Schriftführerin: Bettina Müller-Raddatz

Hans Mewes 31 34 80

Quartiermeister Peter Trossert 31 19 82

2. Schatzmeisterin Martina Düring

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Einige

Details

 

Die Geschichte des Walder Kottens

Der Walder Kotten

Willkommen im

Walder Kotten

Tradition, Kultur, Kommunikation

Die Familie Vock

 

Die Familiengeschichte verdanken wir den handschrift-

lichen Aufzeichnungen von Alida Immer, Tante Alida.

 

Wer in Wald erinnert sich nicht an sie?

 

Demnach begann es 1873, als Eduard Vock das Fach-

werkhaus erwarb und den Anbau als Betriebsstätte er-

richtete. Zuerst wurden Spiralbohrer hergestellt.

 

1885 übernahm Carl Vock die „Fabrik“ von seinem

Vater. Er erweiterte die Produktion um feinmechanische

Werkzeuge für Uhrmacher und um Knöpfe für Bruchbänder.

Das rote Backsteingebäude, also unser „Walder Kotten“

wurde von Carl Vock errichtet.

Das Geschäft gedieh weiterhin und die Produktion wurde um kleine Schraubenzieher, Ohrlochstecher und Ringmaßstäbe erweitert.

 

1883 war Carl‘s Sohn Willibald Vock geboren worden. Er trat später in den Betrieb seines Vaters ein. Zu der Zeit wurden dann auch Kontakt-Feilen und Artikel für die aufblühende Fernmeldetechnik hergestellt.

Nachdem seine Frau verstorben war, heiratete Carl Vock

1900 zum zweiten Mal. Seine Frau Emilie brachte zwei

Kinder zur Welt. Eugen und Thea Vock, die später beide

Ärzte wurden. Carl Vock verstarb 1944 und sein Sohn

Willibald führte den Betrieb noch bis 1962 weiter. Frau Dr. Thea Vock hat bis 1964 an der Adresse Locher Straße 17 in dem Fachwerkhaus praktiziert.

 

Südumgehung Wald

 

Der Rat der Stadt hatte 1988 beschlossen, dass das

Gebäude unseres „Walder Kottens“ im Rahmen der

geplanten Südumgehung Wald abgerissen werden sollte.

Das gesamte Grundstück war damals bereits im Besitz

der Stadt Solingen.

Durch massiven Widerstand, insbesondere der Eltern der

Kinder von „Knusperhaus“, wurde das gesamte

Ensemble schließlich unter Denkmalschutz gestellt und

es erfolgte eine Umplanung der Südumgehung, so dass

das Gebäude gerettet werden konnte.

 

Das Laurel & Hardy-Museum

 

Als 2003 Wolfgang Günther für sein Laurel & Hardy-Museum einen neuen Standort suchte, griff Dr. Hans-Joachim Müller-Stöver zu. Seitdem befindet sich das Museum im vorderen Teil des Kotten-Gebäudes.

 

Es hat durch seine hervorragende und liebevolle Ausstattung einen hohen Bekanntheitsgrad erlangt. Besucher kommen nicht nur Deutschland, sondern auch aus Holland, Frankreich, Belgien, Österreich, England und sogar aus den USA zu uns nach Wald. Dadurch ist das Museum bereits zu einem Standort- und Wirtschaftsfaktor geworden.

 

Jetzt ist er unser „Walder Kotten“

Alida Immer beschrieb den „Walder Kotten“1994 so:

„Interessant ist, was der „Walder Kotten“ heute

beherbergt: eine kleine Schmiede mit Esse und Amboß,

Fräsbänke, Hobelbänke, Drehbänke, kleine Pressen,

eine Nietmaschine, Bohrmaschinen, eine kleine

Schleiferei, Schraubstöcke, Werkbänke, einen Härteofen

und viele Schränke mit noch mehr Schubladen und einer

Vielzahl von Artikeln. Die Uhr an der Wand mit ihren

klaren Zahlen, ein altes Bild, die Ehrenurkunde von Herrn

Schulz und die vielen blühenden Geranien an den

Fenstern geben diesem Raum das Gepräge.

Durch die schönen Rundbogenfenster kommt viel Licht in

den Raum, so dass sich jeder wohlfühlt, der diesen alten

Kotten betritt“.

 

Genau diese Beschreibung hatte uns ganz außerordent-

lich gut gefallen.

 

Wir mussten handeln, nahmen Kontakt mit der Stadt auf

und wurden uns dann ziemlich schnell einig. Wir wurden

als „Schützen- und Bürgergilde WALD 1861 e.V.“ Mieter

des Gebäudes und gaben ihm den Namen „Walder

Kotten“, den er heute noch trägt.

Ursprünglich war es unsere Absicht, den „Walder Kotten“

zu einem „Walder Heimatmuseum“ zu machen. Dazu

wurde zunächst der sogenannte Packraum renoviert.

 

 

Die Gebäude

 

Das Gesamtensemble besteht aus folgenden Gebäuden:

  • Fachwerkhaus mit Schieferverkleidung und mit Lindenbepflanzung im Vorgarten, in dem sich der Kindergarten „Kunterbunt“ befindet. Es ist Anfang des 19. Jahrhunderts (vermutlich1829) erbaut worden.

  • Einem rückwärtig daran angebautes zweigeschossiges, verbrettertes Gebäude, das ehemals eine Werkstatt war. Es wurde 1882 errichtet.

 

  • Das um 1887 angebaute Fabrikgebäude in unverputzter Ziegelbauweise mit typischen Rund-Bogenfenstern und einem später angebauten Teil mit Shed-Dach.

 

  • Davor ein eingeschossiger Massivbau, der ursprünglich als Kontor und Packstube genutzt wurde. Er wurde aber erst 1892 fertig gestellt. Darin befindet sich heute das „Laurel und Hardy-Museum“.

 

  • Die letzte Baulücke davor wurde erst 1912 geschlossen.

 

  • Das hier beschriebenen Fabrikgebäude gehört jetzt dem Walder Bürgerverein 18611 e.V und heißt allgemei „Walder Kotten“.

 

Weiteres Ziel ist eine Nutzungsmöglichkeit für verschiedene Veranstaltungen im kulturellen Bereich. Denkbar sind dabei Ausstellungen für Walder Künstler, Vorträge, Gesprächsrunden usw. aber auch die Nutzung des Außengeländes für Vereinsveranstaltungen.

 

Auf Grund der nachbarlichen Verhältnisse sollen natürlich auch gemeinsame Veranstaltungen mit dem Laurel&Hardy-Museum durchgeführt werden.

 

Kücke & Co.

Die Firma Kücke & Co. aus Wuppertal übernahm 1962

den Betrieb und stellte weiterhin Geräte für die Fernmelde-Technik her. Der größte Kunde war seinerzeit die Deutsche Bundespost, später Deutsche Telekom, dann aber auch „T & N“. Kurioserweise gehörten zum Produktionsprogramm auch Steigeisen, die zum Be-

steigen von Telefonmasten benötigt wurden.

 

Dazu waren folgende Maschinen vorhanden, die man zum Teil immer noch hier sehen kann und die ebenfalls unter Denkmalschutz stehen:

- Schraubstock,

- Härteprüfgerät,

- Winkelautomat.

- Fräsbank,

- Hobelmaschine,

- Tischhobelbank

- Drehbank,

- Excenterpresse,

- Härteofen,

- Schleifmaschine,

- Punktschweißgerät,

- Sandstrahlgebläse,

- Fallhammer etc.,

die zum Teil von Willibald Vock selbst gebaut worden waren. Horst Schulz, der seine Lehre 1954 begann und bis 1994 dort beschäftigt war, hat ihn später darum als einen „Knösterpitter“ bezeichnet. Dazu kommt die im Nebenraum befindliche Schmiede mit Esse und Amboss. Außerdem noch mehrere Schränke und Konsolen mit noch viel mehr Schubladen für die Aufbewahrung von Zubehör und Ersatzteilen. Das sind heute ebenfalls schon Denkmale.

 

Das Produktionsprogramm

 

Es ist die Ablichtung eines Liefer-Katalogs der Fa. Kücke & Co. erhalten. Er hat 181 Seiten. Darin sind schätzungsweise 800 verschiedene Produkte in schätzungsweise 6.000 bis 7.000 Größen, Formen und Farben abgebildet und beschrieben. Das waren z.B.:

- Abisolierer,

- Abmantelungswerkzeuge,

- Biegeschlüssel,

- Federbieger,

- Feder- oder Ausziehhaken,

- Justierwerkzeuge,

- Kontakt-Reinigungsbürsten,

- Kontakt-Federwaagen,

- Kontakt-Hohlspiegel,

- Lötzinn-Schaber,

- Pinzetten,

- Regulierhaken, Richthaken, Relaiszieher,

- Schlüssel,

- Schraubendreher,

- Steckschlüssel,

- Steigeisen,

- Stell- und Justierstifte etc.

 

Diese Geräte, Werkzeuge und Ausrüstungsgegenstände sind zum größten Teil hier hergestellt worden. Einige Beispiele dafür können auch noch gezeigt werden, darunter auch Reparatur-Koffer. Auch das Emaille-Firmenschild der Fa. Kücke & Co. ist noch vorhanden.

 

1954 begann Horst Schulz seine Lehre bei Kücke & Co und war bis zur Schließung der Produktion 1994 dort beschäftigt. Er hat den Kotten später lange Zeit gehütet und wir haben ihm dafür den Ehrentitel eines „Kustos“ verliehen.

 

Die schnelle technische Entwicklung der Fernmelde- und Telekommunikationsbranche brachte für die Fa. Kücke & Co. immer stärkere Umsatzrückgänge. Deshalb wurde der Standort Solingen-Wald 1994 dann aufgegeben. Aber noch bis 1991 stellte Horst Schulz ca. 1.500 verschiedene Teile für die Fernmeldetechnik her.

 

Soweit die Historie dieses Baudenkmals als Beispiel für „Wohnen und Arbeiten im 19. Jahrhundert“.

 

Zukünftige Nutzung

Der „Walder Kotten“ soll unter Beachtung aller

Vorgaben des Denkmalschutzes und neben seiner

Bedeutung als Laurel & Hardy-Museum zu einem

Zentrum für Information, Kommunikation,

Veranstaltungen und Ausstellungen

in Wald ausgebaut werden.

Der „Walder Kotten“ könnte dann genutzt werden für:

- Veranstaltungen des Walder Bürgervereins 1861 e.V.,

- Veranstaltungen anderer Vereine,

- Versammlungen,

- Vorträge,

- Ausstellungen,

- Vernissagen,

- Veranstaltungen des „Laurel & Hardy-Museums oder

- Private Feiern wie Geburtstage oder Jubiläen.

Da die weitere Renovierung neben einem hohen

Arbeitsaufwand auch hohe Kosten verursacht bitten wir

Sie ganz herzlich um Ihre Unterstützung für die

dauerhafte Erhaltung dieses einmaligen Walder

Baudenkmals!